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3,5 Millionen Menschen und mehr als 100 000 Hunde teilen sich rund 890 Quadratkilometer Stadtfläche, die zu einem Viertel von Wald und Wasser bedeckt ist. Berlin ist heute eine ganz ungewöhnliche Hauptstadt, weit entfernt von der imperialen Pracht anderer europäischen Metropolen. Noch in den 1920er Jahren, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, galt Berlin als das kulturelle Zentrum Europas. Mit ihren unzähligen groβen und kleinen Theatern, Revuen, Kabaretts und Kleinkunstbühnen, den vielen Museen und drei Opernhäusern war die deutsche Hauptstadt Anziehungspunkt für die künstlerische Weltelite. Über das tägliche Leben in der Stadt, das für die meisten ihrer Bewohner jedoch eher von Hunger, Inflation und Arbeitslosigkeit als von Glanz und Glamour geprägt war, berichteten fast 150 Tagezeitungen.
Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 begann für Berlin das düsterste Kapitel, das schlieβlich im Zweiten Weltkrieg sein katastrophales Ende fand. Aus der von Hitler geplanten „Welthauptstadt Germania” war eine Ruinenbrache bisher ungekannten Ausmaβes geworden. Die Hälfte aller innerstädtischen Gebäude war bei Kriegsende im Mai 1945 zerstört, und die bald darauf folgende Teilung der Stadt verhinderte einen koordinierten Wiederaufbau.
An der Stelle des 1950/51 auf Befehl der SED-Führung gesprengten Stadtschlosses ragt heute ein erbärmliches Stahlgerüst, Reste des einstigen Palastes der Republik, in den Himmel und kündet von der bewegten jüngsten Vergangenheit. Berlin, einst Hauptstadt des Deutschen Reiches, war von den alliierten Besatzungsmächten nach dem Zweiten Weltkrieg in vier Sektoren geteilt worden. Der sowjetisch besetzte Ostsektor wurde 1949 Hauptstadt der DDR. Seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990 ist Berlin wieder gesamtdeutsche Hauptstadt. Ein Zentrum, einen wirklichen Mittelpunkt gibt es in dieser Stadt bis heute nicht. Berlin, das sind viele Städte.
Berlin, das war und ist auch immer eine Stadt der Gegensätze. Neben der lauten, mondänen Groβstadt existiert nur ein paar Straβen weiter die pure ländliche Idylle. Modernste Architektur geht mit den mitunter eigenwilligen Bauten vergangener Jahrzehnte eine oftmals bizarre Verbindung ein, die den feinsinnigen Betrachter erschrocken zusammenfahren lässt. Auch die Narben des letzten Krieges und der Teilung sind vielerorts noch immer sichtbar. Aber das Leben funktioniert, und die Berliner lieben ihre Stadt. Auch die meisten der 6,5 Millionen Gäste pro Jahr lässt die einzigartige Atmosphäre nicht mehr los. Viele kommen immer wieder und genieβen das einmalige Flair. In der Besuchergunst wird Berlin heute nur noch von Paris und London übertroffen.
Berlin,das ist auch eine Stadt der erstaunlichsten Superlative. Einst verlief hier die längste innerstädtische Mauer der Welt, von der heute nur noch kümmerliche Reste künden. In den 1990er Jahren war der heute so funkelnde Potzdamer Platz die gröβte Baugrube Europas. Man kann in der Stadt mehr Brücken als in Venedig überqueren und sich im gröβten Hauptbahnhof Europas verirren, im gröβten Hotel Deutschlands übernachten und vom höchsten Fernsehturm des Landes den groβartigsten Ausblick genieβen. Man kann im artenreichsten Zoo der Welt die interessantesten Tiere entdecken und im Naturkundemuseum den gröβten Saurier bewundern. Im Herzen der Stadt wird in den kommenden Jahren mit der Museumsinsel das gröβte Universalmuseum der Welt entstehen.
Und die weltbeste Currywurst gibt es hier sowieso.Die Stadt entwickelt und verändert sich ständig. In den letzten 15 Jahren entstanden ganze Stadtquartiere völlig neu. Ein Traum für die internationale Architektenelite, deren markante Bauten der Stadt eine ganz neue Silhouette gegeben haben. In spektakulären Fotografien und nie gesehenen Perspektiven stellt sich eine Stadt vor, die heute zu den lebendigsten und kreativsten der Welt gehört.