
13.08.06 Schon zum 15. Mal in Folge findet das Holstentor-Bouleturnier
in Travemunde statt.
Oft nennt man Travemünde "die schönste Tochter" von Lübeck. Und mit Recht.
Von Lübeck ist Travemünde leicht zu erreichen, mit dem Bus, vom ZOB oder besser von der
Untertrave. Wenn man eine Wochenfahrkarte hat, so braucht man nur 0.80 Euro dem Busfahrer zu
zahlen. Sehr günstig!
Die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde, genug Zeit, um ein bisschen über Travemünde zu lesen.
Im frühen 14.Jahrhundert saß ein holsteinischer Graf an der Travemündung und kassierte Zoll
von jedem Schiff, das flussauf oder -ab an ihm vorbeikam. Die Lübecker waren darüber sehr erbost,
denn das traf vor allem ihre Schiffe. Doch statt Soldaten zu schicken, lösten sie das Problem auf
wahrhaft hanseatische Manier: 1320 kauften sie dem Grafen den Turm ab, von dem die Schiffe erspäht
wurden, und neun Jahre später das ganze Dorf. Dennoch blieb Travemünde jahrhundertelang eine
selbständige Gemeinde. Erst 1913 wurde es ein Stadtteil von Lübeck.
Seit Beginn des 19. Jahrhundert ist Travemünde ein Seebad. Schon damals entstand ein prächtiges
Kurhaus. Am Ostseestrand wurden die ersten Badekarren aufgestellt. Napoleonische Offiziere führten
das Glückspiel ein. Jahrzehntelang wurde heimlich Roulette, Rouge et Nour und Pharao gespielt;
dann genehmigte die Obrigkeit eine Spielbank (zu ihren prominentesten Spielern gehörten Gogol,
Dostojewski und Eichendorff). Bald war zu merken, wie sehr dies dem Fremdenverkehr zugute kam.
Um 1835 wurde die erste Promenade angelegt.
Heute gilt Travemünde als das mondänste Ostseeheilbad Deutschlands. Dennoch ist der Dorfkern,
rund um die barocke Fischerkirche, nach wie vor eine nostalgische Idylle.
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